Liebe Freunde der TCM,
Mit diesem Schreiben stellen wir euch das I Ging (Buch der Wandlungen) und das zugehörige Hexagramm 51 vor, welches zum neuen Jahr 2021 gehört. Viel Spass beim Lesen und Inspirieren lassen.

Einführung
Das I Ging, eines der klassischen Bücher Chinas, gehört zu den ältesten philosophischen Werken der Welt und wird seit dem Altertum als Orakel benutzt. Das Buch basiert auf 64 Hexagrammen, die aus sechs durchzogenen („starken“) oder unterbrochenen(„ schwachen“) Linien bestehen. Der Legende nach wurde die perfekte symbolische und mathematische Struktur des Buches vor etwa 5000 Jahren durch den chinesischen Gelehrten Fu Hsi festgelegt. 2000 Jahre später fügten König Wèn und sein Sohn, den Hexagrammen die ersten bekannten Kommentare hinzu. Seit dieser Zeit haben sich viele berühmte chinesische Gelehrte eingehend mit der tieferen Bedeutung des Textes und der Hexagramme befasst und darüber diskutiert. Jedes Hexagramm ist eine symbolische Darstellung einer in der Natur vorkommenden Situation, so wie sie sich seit Anbeginn der Schöpfung immer wieder ereignet. Keine Lebenssituation ist von Dauer. Das Leben ist eine ununterbrochene Abfolge von Ereignissen und daher beschreibt ein Hexagramm nicht nur die momentane Situation, sondern sagt auch etwas über deren naturgemässen Konsequenzen in der Zukunft aus.
Für das Jahr 2021 ist das Hexagramm 51 „Dschen“ – Die Erschütterung bestimmend, welches nun erläutert wird.

Jahres-Hexagramm 51- Die Erschütterung

Entfaltungskraft
Eine neue Lebensidee will erblühen

Am 12. Februar beginnt nach dem chinesischen Kalender das neue Jahr. Nach astrologischen Berechnungen steht jedes Jahr in der Energie eines der 64 Hexagramme des I Gings. Im 2021 wird’s spannend!

Das Hexagramm 51 ist eines der acht Doppelzeichen im I Ging, in dem das untere und das obere Trigramm gleich sind. In diesem Zeichen ist es zweimal der Donner, also ein „Doppeldonner“. Donner steht für Neubeginn, Frühling, Aufbruch, Bewegung und so wie der Name des Zeichens verrät, auch für Erschütterung.

Im kommenden Jahr geht es also um rasante Veränderung. Das Alte hat ausgedient – die neue Lebensenergie will erblühen. Wie im Herbst die Blätter fallen, müssen wir Überholtes loslassen. Damit dieser Sterbeprozess möglich wird, müssen wir unsere Haltung verändern. Das I Ging legt nahe, sich vom Aussen zu lösen, damit man sich seinem Wesenskern zuwenden kann. Diese Verbindung mit dem Innen, mit seinen innewohnenden Kräften schafft Mut, Vertrauen und Standhaftigkeit. Eigenschaften die helfen unsere Ängste loszulassen. So können wir die Entfaltungskraft die uns im 2021 zur Verfügung steht positiv nutzen.

Das Zeichen beinhaltet Ich, Schöpferkraft & Durchsetzung. Vor uns liegt eine Zeit, in der die Entfaltung des individuellen Lebensplans im Zentrum steht. Es geht um Authentizität, denn nur wenn ich authentisch bin, wenn ich mich selbst erkenne und spüre, kann ich meiner Bestimmung folgen. Man darf sich treu werden und manipulative Strukturen in Form von Kontrolle und Gesetzen -selbstauferlegte oder von aussen kommende – verlassen.

Die Bewältigung der Krise in der wir uns zur Zeit befinden, erfolgt demnach durch innere Einkehr. Bin ich bereit für diese Konzentration auf das Wesentliche, habe ich nichts zu befürchten. Im Gegenteil – dann wird das Potential für einen grossen Sprung in der persönlichen Entwicklung in diesem Jahr gewaltig. Bleiben sie also inmitten von Chaos und Verwirrung zentriert, denn:

Extreme haben nichts dauerhaftes an sich, ein Donnerschlag hallt nicht dauernd nach, oder wie es im Dao De Jing heißt: „Ein Wirbelsturm dauert keinen Monat an, ein Platzregen dauert nicht den ganzen Tag“.

Liebe Klientinnen, liebe Klienten,

ein gelinde gesagt ereignisreiches Jahr neigt sich seinem wohlverdienten Ende. Wir würden wetten, dass bei einigen von uns «Rückkehr zur Normalität» wenn nicht zuoberst doch ganz weit oben auf dem persönlichen Wunschzettel für 2021 steht. Und dennoch, ein feiner Silberstreif kann am Horizont erahnt werden – insofern wünschen wir allen ein neues Jahr ohne Wahnsinn und einem umso wertvolleren «zurück zur Normalität».

Bei dieser Gelegenheit wollen wir Euch auch informieren, dass wir unsere Rechnungsstellung digitalisieren, um die sich daraus ergebenden Vorteile zu Nutzen. Selbstverständlich werden wir für diejenigen, welche noch eine physische Rechnung haben möchten, auch weiterhin Rechnungen in Papierform erstellen sowie senden. Wir bitten um Rückmeldung, solltet ihr noch eine solche physische Rechnung wünschen. Ohne gegenteiligen Bericht werden wir ab 2021 die Rechnungen nur noch digital senden.

Wir wünschen Euch allen einen guten Start ins neue Jahr

Herzlich,
Alessandro, Mirjam, Andreas

Nach dem auf- und vorwärts drängenden Frühling, dem üppigen Wachstum im Sommer und der Erntezeit im Spätsommer beginnt im Herbst eine Zeit des Rückzugs. Das Qi zieht sich ins Innere Zurück. Es ist die Zeit des Loslassens. Der Herbst ist der Übergang von der Yang-Zeit des Sommers (Aktivität) zur Yin-Zeit des Winters (Ruhe).

Das Element Metall zeigt sich im Herbst, die Lunge und der Dickdarm sind die zugehörigen Organe. Zu den Aufgaben der Lunge gehört es das Abwehr- oder schützende Wei-Qi, uns bekannt als Immunsystem, über den ganzen Körper zu verteilen und somit den Körper vor pathogenen Klimafaktoren wie Wind, Kälte, Feuchtigkeit oder Nässe zu schützen. Menschen mit schwachen Abwehrkräften fangen sich nun leicht eine Erkältung oder Grippe ein.
Der Dickdarm, das Partnerorgan der Lunge, hingegen hat die Aufgabe, alle unverwertbaren Substanzen und Flüssigkeiten aus dem Körper auszuscheiden – eben loszulassen was man nicht mehr braucht.

Bei einer Funktionsstörung des Dickdarms werden Abfallprodukte nicht ausgeschieden, häufen sich im Körper an und kontaminieren ihn von innen. Das kann zu unterschiedlichen Symptomen, vor allem aber zu Darm-, Haut- und Haarproblemen führen. Des Weiteren ist der Dickdarm eng mit den Schleimhäuten verbunden: chronischer Schnupfen, entzündete Mundschleimhäute, Zahnbeschwerden und auch Schulterverspannungen werden mit ihm in Zusammenhang gebracht.

Ein gestörtes Gleichgewicht des Dickdarms schlägt sich auch auf Geist und Psyche nieder. Man fühlt sich „verstopft“: eine Art „geistige Obstipation“ verhindert, dass man sich von unnützen Dingen trennt . Aber: wer das Alte nicht loslässt, hat kein Platz für Neues. Die Emotion der Trauer gehört deshalb ins Metall Element.

Der Herbst ist also in der TCM die Zeit des Dickdarms und der Entgiftung – was wiederum die Lunge unterstützt und die Abwehrkraft für die kältere Jahreszeit stärkt.

Deshalb empfiehlt es sich im Herbst (und ebenso im Frühling!) den Darm für 1- 2 Wochen zu entlasten. Hierbei wollen wir Euch gerne unterstützen und gemeinsam mit Euch eine Entgiftungskur starten.

 

Unsere Empfehlung

Dazu haben wir einen eigenen Tee „Herbstgold“ mit westlichen Kräutern kreiert. Dieser festigt die Milz, wandelt Nässe um, wirkt entfeuchtend und schleimlösend, regt die Nahrungsresorption an und stärkt das Immunsystem. Sehr zu empfehlen ist dieser Tee auch für Vegetarier und Veganer, weil er entschlackend wirkt, ohne den Körper abzukühlen.
Ergänzend dazu empfehlen wir die Cleansing Nights Presslinge von Claude Diolosa und eine Ernährungseinschränkung.

Obwohl diese Tee Rezeptur aromatisch und etwas erwärmend wirkt, sollte das Wetter für diese Kur angenehm und nicht zu kalt sein.
Am idealsten hierfür ist die Dojozeit* (28.Oktober bis 14. November), der Übergang vom Herbst zum Winter.

Zusätzlich kann die Entgiftung und die Stärkung des Immunsystem auch durch Akupunktur, Moxen, Schröpfen, Shiatsu oder einer TuiNa-Massage unterstütz werden. Für einen Termin melde Dich hier https://akupunkturluzern.ch/  oder unter 041 210 96 06

 

Einnahme

Wann:
Im Herbst, idealerweise vom 28.Oktober bis am 14. November.

Herbstgold- Tee:
Zubereitung: Ein gut gehäufter Esslöffel für 300 ml kochendes Wasser, 5 Minuten ziehen lassen, 3 Tassen täglich, 12 Tage lang.

Cleansing Nights Presslinge:
3x 4 bis 6 Presslinge am Tag, immer vor dem Essen, zusammen mit unserem Tee Herbstgold, 12 Tage lang.

Zu vermeiden

Während der Kur sind kalte Getränke und Nahrungsmittel, Zucker, Milchprodukte, Brotmahlzeiten,Schweinefleisch, Südfrüchte, Rohkost, Obstsäfte, Gurken, Tomaten und Auberginen nicht erlaubt.
Auf genügend Ruhe und Schlaf achten, grössere Anstrengungen vermeiden.

Um die entgiftende Funktion zu verstärken, kann eine Getreidekur gemacht werden während dieser Zeit. Dazu sollte gerösteter Volkornreis zusammen mit etwas Ingwer und Sesam lange zu einer Suppe (Gongee) gekocht werden.
Bei Fragen dazu bitte an uns wenden.


*Die Dojozeiten sind Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten und spielen in unserem zentraleuropäischen Klima eine wichtige Rolle für den Erhalt der Gesundheit. Wir können diese Zeiten des Übergangs nutzen, um innezuhalten, um unsere Mitte zu stärken und den Körper auf die kommenden klimatischen Gegebenheiten einzustellen und damit den krankmachenden Einflüssen der einzelnen Jahreszeiten vorzubeugen.

 

Muss man wirklich ein schlechtes Gewissen haben, wenn man mehrere Tassen Kaffee täglich konsumiert, oder ist das Getränk besser als sein Ruf – vielleicht sogar gut für die Gesundheit? Und wie viel Kaffee ist eigentlich zu viel?
Diese Diskussionen lassen jedoch immer die jeweilige Person und dessen individuelle Konstitution außer Acht. Manch einer berichtet, Kaffee tut ihm gut und andere berichten das Gegenteil. Was stimmt nun? Was sagt die TCM dazu?

 

Geschichtliches
Die Entdeckung des Kaffees um 850 n. Chr. ist begleitet von zahlreichen Legenden. Eine davon besagt, dass ein mohammedanischer Mönch in Äthiopien eines Abends beobachtet haben soll, wie seine Ziegen aussergewöhnlich lebhaft waren, nachdem sie von einer unbekannten Beere gegessen hatten. Neugierig geworden probierten die Mönche von der dunkelroten Frucht, aber enttäuscht vom bitteren Geschmack warfen sie diese alsbald ins Feuer. Kurz darauf verbreitete sich ein köstlicher Duft von den inzwischen „gerösteten“ Kaffeebohnen, aus denen sie ein schwarzes Getränk brauten, das sie fortan einnahmen, um beim Nachtgebet wachzubleiben. Im Zuge der Kolonisierung gelangte der Kaffee über das Rote Meer aus Äthiopien nach Arabien und Spanien, allerdings erst nach der ersten Einfuhr von Kakao und Tee. Die Kolonialmächte errichteten darauf die ersten Plantagen in Indonesien, Ceylon und Indien, und nachdem die Holländer den Kaffeebaum in der neuen Welt einführten, verbreitete sich dessen Anbau zusehends in allen tropischen Ländern innerhalb der 24. Breitengrade nördlich und südlich. Heute finden sich in über 70 Ländern Kaffeeplantagen, wobei der grösste Teil der Weltproduktion aus Südamerika stammt. Die Plantagen liegen hauptsächlich in einer Höhe zwischen 600 und 1200 Metern über Meer, Kaffee wird aber auch in höheren und tieferen Lagen angebaut. So ist seiner ausgezeichneten Qualität wegen der Hochlandkaffee – genannt „Strictly High grown“ – besonders geschätzt. Von den 80 verschiedenen Arten von Kaffeebäumen sind hauptsächlich zwei von besonderer Bedeutung. Die Arabica-Bohne deckt ca. drei Viertel der gesamten Weltproduktion, der restliche Viertel wird von der Robusta-Bohne gedeckt, der qualitativ eher mittelmässigen Kaffee ergibt.
Heutzutage gehört der Kaffee zu den verbreitetsten Getränken weltweit.

 

Wirkung von Kaffee nach TCM
Geschmack: Bitter, sauer TCM
Temperatur: Kurzfristig erhitzend, dann kühlend
Funktionskreis: Herzkreislauf, Herz, Lunge, Leber, Niere

 

Kaffee aus Sicht der TCM
Kaffee ist, bevor er geröstet wird, thermisch kalt, sogar sehr kalt. Durch das anrösten verliert der Kaffee einen Teil seiner Kälte, bleibt aber trotzdem weiterhin kalt. Sein Geschmack ist bitter und aromatisch duftend, was mitunter meist der Grund für seine starke Anziehung ist. Der Duft von geröstetem Kaffee wirkt auf uns magnetisierend und belebend. Diese euphorisierende Wirkung ist auch der Grund warum so gerne Kaffee getrunken wird
Durch den Konsum von Kaffee können wir besser denken, es regt die Ratio (Yi) und den Geist (Shen) an. Dies können wir im Alltag und in der Arbeitswelt gut gebrauchen, hat aber auch seine Kehrseite: unsere Nieren werden geschwächt. Kaffee verletzt das Nieren-Qi, daher sollten Menschen mit Polyurie keinen Kaffee trinken. Als täglich zugeführtes Diuretikum raubt er dem Körper die wasserlöslichen Nährstoffe, vor allem Kalium, Calcium und Magnesium, Vitamin C und B- Komplexe, die als Yin- Aspekt anzusehen sind. Diese Nährstoffe sind für die Muskulatur wichtig und ermöglichen die Balance zwischen Kontraktion und Entspannung. Kaffee kann die Heilung bei muskoloskelettalen Störungen verlangsamen und sogar verhindern. Der Yin- Verlust verstärkt schmerzhafte Zustände, gerade auch Unterleibsschmerzen bei Frauen und verstärkt Krampfneigungen.
Durch die Bitterkeit wirkt der Kaffee ausleitend und kann die Darmpassage anregen. Sein aromatischer und bitterer Anteil unterstützt dabei die Verdauung Der bittere Geschmack hat auch eine trocknende Wirkung und kann die Menge des Blutes reduzieren. Speziell wirkt Kaffee auf das Herz- Blut, er trocknet also Herz Blut. Diese Reduktion löst einen inneren Wind aus, der mit Unruhe, Palpitationen und Schlafstörungen einhergehen kann. Von dieser Wirkung wird sehr häufig berichtet.
Hingegen stimuliert Kaffee Qi und Yang, macht wach, warm und angeregt. Lässt die Wirkung nach, fällt man in den alten Zustand zurück, möglicherweise wird das Qi geschwächt. Die Stimulation stört den harmonischen Fluss des Qi und kann zu Blockaden führen, die durch weiteren Kaffeegenuss kurzfristig bewegt werden können.

 

Für wen ist Kaffee geeignet
Wenn Du eine üppige Mahlzeit isst, tut dir ein kleiner Espresso nach dem Essen gut. Er regt die Verdauung an und fördert die Resorption von Fett und tierischem Eiweiss.
Ansonsten eignet sich Kaffee besonders für Menschen, die viel Fleisch essen und genügend Wärme im Körper haben. Bei denjenigen also, welche eine Fülle oder einen Überschuss haben, kann der Kaffee diese Fülle ausleiten.
Von welchen Füllezuständen oder Überschüssen sprechen wir hier? Es gibt angespannte Menschen, welche erst nach dem ersten morgendlichen Kaffee ansprechbar sind. Hier sprechen wir von einer sogenannten Qi-Stau Konstitution, welche entsteht, wenn sich viel Feuchtigkeit ansammelt und zu einer Art Verschlackung führt. Kaffee verschafft solchen Menschen durch seine anregende und verdauungsfördernde Eigenschaft Klarheit und Antrieb. Eine Qi-Stau Konstitution kann sich zu Feuchter Hitze weiter entwickeln. Eine Konstitution die oft in feucht, warmen Ländern vorkommt, genau da also wo die Kaffeebohne auch wächst.
Für wen ist Kaffee nicht geeignet?
Kaffee trocknet Blut und kühlt den Körper aus. Daher sollten Menschen mit Blutschwäche und Kälteanzeichen keinen Kaffee trinken oder besonders auf die Zubereitung und Kombination achten.
Menschen mit Blutmangel, die sich vielleicht auch vegetarisch oder vegan ernähren, können schnell eine Blutschwäche entwickeln – wir sprechen hier von der Blutmangel Konstitution. Diese Personen sollten keinen Kaffee trinken und können schnell mit Unruhe und Schlaflosigkeit reagieren.
Kältekonstitutionen, die schnell frieren und energielos sind, bekommen zwar kurzfristig einen Energieschub, verschlimmern aber letztendlich die Ursache.

 

Zubereitungen von Kaffee
Für jede Konstitution kann der Kaffee Genuss passender gemacht werden!
• Für die Kälte Konstitution kann der Kaffee mit Gewürzen wie Kardamom kombiniert werden. Kardamom gleicht die kühlende Wirkung auf die Nieren aus und kann sogar die Toxine, die durch das Rösten entstanden sind neutralisieren. Es können zusätzlich Gewürze wie Ingwer und Curcuma beigemengt werden. Hier empfehlen wir auch den Kaffee mit den Gewürzen zu kochen und nicht nur aufzubrühen, dies macht den Kaffee bekömmlicher und der Kaffee erhält mehr verdauungsfördernde Qualität.
• Für Patienten mit einer Blutmangel Konstitution sollte etwas Milch oder Zucker dem Kaffee hinzugefügt werden, dadurch wir die trocknende Qualität etwas verringert.
• Menschen mit einer Feuchtigkeit Konstitution sollten den Kaffee nicht als Milchkaffee konsumieren.

 

Fazit
Kaffee hat wie alle Lebensmittel spezifische Wirkungen auf den Körper – und jeder Mensch bringt eine einzigartige Konstitution mit. Je nach Konstitution passt somit der Kaffee (oder auch alle anderen Nahrungsmittel) besser zu einer Person als zur anderen. Diese Differenzierung in der Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin ermöglicht eine zielgenaue Beratung, passend und individuell für jede persönliche Konstitution.
Was beim Kaffee Genuss immer zu empfehlen wäre, ist Wasser dazu zutrinken im Verhältnis 1:1 , wie dies in südlichen Ländern auch üblich ist.

Die Fünf-Elemente-Lehre oder auch die Lehre der Fünf Wandlungsphasen, ist eine daoistische Theorie zur Natur- und Umweltbeschreibung. Mit diesem Schreiben zeigen wir Euch auf wie die Elemente aufeinander angewiesen sind und welche Eigenschaften der jeweiligen Wandlungsphase zugeordnet werden können.
Alle Elemente beeinflussen sich gegenseitig, folgen aufeinander und bedürfen einander. Ein Element nährt das andere:
Holz nährt das Feuer, damit es brennen kann. Aus Feuer wird die Asche, welche die Erde nährt. Aus der Erde gewinnt man das Metall, Metall nährt das Wasser, weil es das Wasser mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen anreichert. Und um den Kreis zu schließen, nährt das Wasser das Holz, damit es wachsen kann.

Ist ein Element nicht stark genug um das andere zu nähren, kommt es zu einem Ungleichgewicht im Körper.
Jeder Prozess und jedes Menschenleben durchläuft unweigerlich die Stadien der Fünf Elemente in der Reihenfolge des Nährungszyklus: Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser. Ob hierbei das Potenzial des jeweiligen Elementes voll ausgeschöpft oder negativ genutzt wird, liegt in der Natur des einzelnen Menschen.
Grundsätzlich wird versucht ein harmonisches, sich ergänzendes und unterstützendes Gleichgewicht zwischen den Elementen und somit zwischen dem einzelnen Mensch (Mikrokosmos) und seiner Umwelt (Makrokosmos) herzustellen.

 

Holz:

Der Mensch wird im Holzelement geboren. Unter günstigen Voraussetzungen wird in der frühen Kindheit die Basis für Kreativität, Spontaneität, Toleranz, Grosszügigkeit, und Offenheit gelegt. Negative Bedingungen können Steifheit, Intoleranz, Zorn, Geiz und emotionale Verschlossenheit, gepaart mit körperlicher Anspannung auslösen.
Menschen mit einem gesunden Holz-Element können richtig einschätzen, wann sie sich zurückhalten sollten oder ob es Zeit für eine Veränderung ist. Sie wissen dass sie nichts zu forcieren brauchen oder ungeduldig versuchen müssen, die Dinge zu beschleunigen.

 

Feuer:

Kinder die sich in der Holzphase entfalten durften und Neugierde, Begeisterung und Wissendurst entwickeln konnten, haben gute Voraussetzungen, das Feuerelement in ihrer Jugend voll auszuschöpfen. Intelligenz und Wissen, Intuition und geistige Klarheit schaffen hier die Basis für Lebensfreude und geistige Entwicklung. Desinteresse, mangelndes Verständnis für andere, materielle Verhaftungen und die Unfähigkeit, ein geistiges Leben zu entfalten, sind die Folge, wenn das Feuer im Menschen nicht geschürt wird.
Ein gesundes Gleichgewicht des Feuer- Elements ermöglicht Menschen, Liebe zu geben und anzunehmen und emotionale Nähe zuzulassen. Dadurch gelingt es ihnen, unterschiedlich intensive Beziehungen einzugehen und richtig einzuschätzen, wann und wie weit sie sich anderen gegenüber öffnen oder verschliessen sollten.

 

Erde:

Vernunft, praktische Erfahrung und Konzentration auf das Wesentliche führen im mittleren Lebensalter zu innerer und äusserer Stabilität, der Frucht des Erdelementes. Wenn die Erdung fehlt, ist der Mensch unfähig, Ideen in die Realität umzusetzen, aus Erfahrungen zu lernen und eine Existenz zu schaffen und zu erhalten. Er bleibt unverbindlich und verantwortungslos in Beziehungen und fühlt sich nirgendwo richtig zugehörig.
Bei einem gesunden Gleichgewicht ihres Erd-Elementes sind Menschen ohne weiteres imstande, emotionale Unterstützung und Zuwendung von anderen anzunehmen und auch zu geben.

 

 


Metall:

Im Metallelement schärfen Reife und Lebenserfahrung den Sinn für Gerechtigkeit und den Blick dafür, wie die Dinge sind. Materieller und psychologischer Überfluss machen den Menschen selbstbewusst und bei gesunder geistiger Entwicklung entsteht aktives Mitgefühl, das Bedürfnis, etwas für andere zu tun. Ein weiser Mensch gibt, weil er weiss, das Geben reich macht. Ein mitfühlender Mensch gibt, weil ihm Geben Freude macht. Das Metallelement birgt die Fähigkeit, die wahre Natur des Raumes zu erkennen: Der Raum ist leer und gleichzeitig enthält er das gesamte Potenzial, aus dem alles entsteht. Menschen, die sich diesem Verständnis nähern, entwickeln spontan Weisheit und aktives Mitgefühl. Existenzangst, egoistisches Denken und Handeln charakterisieren einen Menschen, der kein Vertrauen in den Ursprung seiner Existenz entwickelt hat. Ungerechtigkeit, rücksichtsloses Verhalten und das Projizieren der eigenen Unfähigkeit, den Raum als verbindendes Element zwischen sich und anderen zu erleben; stattdessen wird der Raum als etwas Trennendes erfahren, und eine Mauer aus Stolz manifestiert die Abschirmung gegenüber anderen, um die eigene innere Schwäche zu tarnen.
Menschen mit einem gesunden Gleichgewicht des Metall-Elements können Verluste sowohl empfinden als auch darüber hinwegkommen. Zufrieden nehmen sie die ganze Fülle des Lebens an und akzeptieren auch, dass sie etwas loslassen müssen.

 

Wasser:

Aus dem Vertrauen in das unbegrenzte Potenzial des Raumes und des eigenen Geistes entsteht das Verständnis, dass der Geist nicht zerstört werden kann. Die Frucht dieser Erkenntnis ist Furchtlosigkeit, die höchste Eigenschaft des Wasserelementes. Im Alter befindet sich der Mensch im Wasserelement. Angst entsteht, wenn der Mensch sich im ihn umgebenden unbegrenzten Raum nicht zuhause und nicht sicher fühlt. Er entwickelt Blockaden und Feindseligkeit gegenüber anderen, um sein Ego zu schützen und verliert mehr und mehr den Kontakt zum eigenen Ursprung.
Menschen mit einem gesunden Wasser-Element sind imstande, Gefahren zu erkennen und zu beurteilen, welches Risiko sie bergen.

Liebe Freunde der TCM,
Mit diesem Schreiben stellen wir euch das I Ging (Buch der Wandlungen) und das zugehörige Hexagramm 42 vor, welches zum neuen Jahr 2020 gehört. Viel Spass beim Lesen und Inspirieren lassen.

Einführung
Das I Ging, eines der klassischen Bücher Chinas, gehört zu den ältesten philosophischen Werken der Welt und wird seit dem Altertum als Orakel benutzt. Das Buch basiert auf 64 Hexagrammen, die aus sechs durchzogenen („starken“) oder unterbrochenen(„ schwache“) Linien bestehen. Der Legende nach wurde die perfekte symbolische und mathematische Struktur des Buches vor etwa 5000 Jahren durch den chinesischen Gelehrten Fu Hsi festgelegt. 2000 Jahre später fügten König Wèn und sein Sohn, den Hexagrammen die ersten bekannten Kommentare hinzu. Seit dieser Zeit haben sich viele berühmte chinesische Gelehrte eingehend mit der tieferen Bedeutung des Textes und der Hexagramme befasst und darüber diskutiert. Jedes Hexagramm ist eine symbolische Darstellung einer in der Natur vorkommenden Situation, so wie sie sich seit Anbeginn der Schöpfung immer wieder ereignet. Keine Lebenssituation ist von Dauer. Das Leben ist eine ununterbrochene Abfolge von Ereignissen und daher beschreibt ein Hexagramm nicht nur die momentane Situation, sondern sagt auch etwas über deren naturgemässen Konsequenzen in der Zukunft aus.
Für das Jahr 2020 ist das Hexagramm 42 – Die Mehrung bestimmend, welches nun erläutert wird.

Jahres-Hexagramm 42 – Die Mehrung

Wahres Herrschen muss Dienen sein. 

Sich für das entscheiden, was wirklich ist.

Dieses Zeichen deutet darauf hin, dass Du in Zeiten des Überflusses, in denen Du nicht für die grundlegenden Notwendigkeiten des Lebens wie Nahrung, Unterkunft und Schutz kämpfen musst, Zeit und Energie zur Verfügung hast, welche Du zur geistigen Entwicklung nutzen kannst. Hüte Dich in solchen Zeiten vor der Versuchung noch mehr materielle Güter anzusammeln und so diese einzigartige Gelegenheit zur geistigen Entwicklung zu vergeuden.
Die Kombination von materiellem Reichtum und spiritueller Armut in einer Person ist eine Gefahr für die Welt. Wirkliche Fruchtbarkeit gründet sich auf einem Bewusstsein für den Wert materiellen Besitzes, verbunden mit spirituellem Bewusstsein.
Nun sind die starken Kräfte gemäß ihrer ursprünglichen Bestimmung aufgefordert, von ihrem Überfluss (Wissen, Einfluss, Erfahrung, Geld) an die schwachen Kräfte abzugeben, somit trägt es zu dessen Entwicklung bei und wird dadurch selbst bereichert.
In diesem Sinne kann es die Rettung sein, für alles was im Argen liegt. Achte und nutze Deine Talente zum Segen für Mensch, Tier und Natur; und zur Ehre des Schöpfers. Denn woher kommen Deine Talente und wofür sollen sie bestimmt sein, wenn nicht zum Segen für Alle und so auch für Dich.
Diese Zeit der Mehrung unterstützt das Tun, den Einsatz für die Schwächeren.
Zu beachten ist, dass die Mehrung nicht von Dauer ist. Die Zeit ist jetzt; und in Betrachtung der aktuellen Geschehnisse ist es notwendiger denn je.
Es wird davor gewarnt, Macht falsch zu benutzen, da wir dann die Hilfe des Schöpferischen verlieren und feindliche Kräfte zum Angriff einladen. Wenn wir unsere Bescheidenheit verlieren, verlieren wir sowohl unseren Schild wie unser Schwert.
Bleibe frei von selbstsüchtigen Absichten, sorge für Fortschritt und beginne bei Dir selbst. Alles was wir für die Gemeinschaft tun kommt letztlich auch für uns selbst zurück.
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Aufgepasst!
Der Frühling nähert sich bereits wieder in grossen Schritten, und mit ihm auch die Pollensaison. Glücklich sind diejenigen welche sich darüber keine Gedanken machen müssen, für alle anderen sei gesagt, dass die TCM in der akuten Phase mit einer angepassten Akupunktur und Kräutertherapie auf die vorherrschenden Symptome eingehen und diese stark lindern kann.
Wer prophylaktisch behandeln möchte, was wir empfehlen, beginnt am besten ca. 2- 3 Monate vor dem Beginn der Symptomatik. Während dieser Behandlung wird, je nach individuellem Muster, das Lungen oder Nieren Qi gestärkt und somit die Abwehr verbessert.
Termine unter mail@akupunkturluzern.ch oder 041 210 96 06.

Geschichte
Der Holunder galt als Lebens- und Sippenbaum und als Sitz des guten Hausgeistes, der Göttin Holda (althochdeutsch „hold“ = heilen). Der Holunderbaum durfte auf keinem Hof fehlen, denn dort sass die Göttin und beschützte das Leben der Pflanzen und Tiere.
Holunder galt in der Antike als Universalmedizin. Hippokrates (460- 377 v. Chr.) empfahl Holunderbeeren als abführendes und harntreibendes Mittel, aber auch für Wurzeln, Blätter, Rinde und Blatt fand man Verwendung: „ Rinde, Beere, Blatt und Blüte, jeder Teil ist Kraft und Güte.“ Der Holunder wurde damals als die Apotheke der armen Menschen bezeichnet. Heute schätzen wir vor allem die schweisstreibende und fiebersenkende Kraft seiner Blüten bei Erkältungskrankheiten und seine stärkende Wirkung auf das Immunsystem.

Anbau und Ernte
Holunder ist ausgesprochen robust, frosthart und gedeiht auf sandigen, stickstoffreichen oder auch frischen, schwach sauren Lehmböden. Zur Erntezeit der Blüten, Ende Mai bis Juni, könnt ihr die ganzen Blütenstände am Vormittag abschneiden und am Stängel hängend an einem schattigen, luftigen Ort trocknen. Schaut das ihr den wertvollen Blütenstaub mit einem Tuch darunter einfangen könnt. Nach dem Trocknen werden die kleinen Blüten aromageschützt in einem dunklen Glas aufbewahrt.
Die vollreifen, schwarzglänzenden Beeren werden im August/ September geerntet. Diese könnt ihr sogleich zu Saft(kochen!) oder Gelee weiterverarbeiten. Oder ihr trocknet die Beeren im Backofen bei 100°C , dabei wird das schwach giftige Glykosid Sambunigrin abgebaut. So könnt ihr die Beeren für Tee verwenden.
Achtung! Erntet bitte keine unreifen Beeren, sie sind ungeniessbar bis giftig. Reife Beeren sind schwarz.

Wirkung
Holunderblüten steigern die Abwehrkräfte, wirken bei Fieber und Infekten schweissfördernd und helfen bei starker Verschleimung, Husten und Stirnhöhlenentzündung. Für die Schweisssekretion- und damit auch die fiebersenkende Wirkung- sind die ätherischen Öle und Flavonoide verantwortlich, die das Wärmeregulationszentrum im Gehirn beeinflussen. Die angeregte Schweisssekretion mobilisiert Entgiftungskräfte des Organismus und führt damit zu einem verkürzten Krankheitsverlauf. Besonders bei ständigen Erkältungen unterstützt dieser Tee die Abwehrkräfte. Holunderblüten mit ihrem hohen Flavonoidgehalt wirken entzündungshemmend und erhöhen die Widerstandskraft gegen Infekte, Allergien und krebserregende Stoffe. Ausserdem wirken sie schleimlösend und verbessern die Bronchialsekretion. Ein geniales Mittel also für alle, die ständig erkältet sind, chronisch husten, an Sinusitis und Polypen leiden- oder auch an Heuschnupfenattacken. Holunderblüten werden zudem als stoffwechselförderndes und leicht harntreibendes Mittel welches in der Volksmedizin bei Rheuma und Neuralgien eingesetzt werden kann. Holunderbeeren wirken immunstärkend und gegen Viren; sie werden mit ihrem hohen Vitamin C Gehalt in Erkältungszeiten heiss als Tee getrunken. Sie enthalten zudem auch nervenwirksame Vitamine der B- Gruppe, Kalium zur Unterstützung der Ausscheidungsfunktionen und Karotinoide, die die Funktion der Schleimhäute und den Sehpurpur der Augen unterstützen.

Rezepte:
Antigrippetrunk 200ml Holunderbeerensaft mit 600ml Wasser, 2 Gewürznelken, 1 Scheibchen Ingwer und ¼ zerstossene Zimtstange zusammenerhitzen (nicht kochen!) mit etwas Honig süssen und so heiss wie möglich trinken: 1-5 Tage lang, 3-4 mal täglich 1 Tasse.
Holundersaft Ein Litergefäss entstielte Beeren mit ¼ l Wasser, der abgeriebenen Schale und Saft einer Zitrone zusammen im Dampfentsafter entsaften und mit 50- 100g Zucker süssen. Noch heiss in kleine, saubere Flaschen abfüllen und verschliessen. Dieser Saft eignet sich nicht nur als heilsamer Fiebersaft, sondern auch zur Herstellung von Milchshakes oder eines antialkoholischen Glühwein.

Das Schriftzeichen für Metall zeigt zwei Barren Gold unter einem Dach. Das Metall stellt das junge oder frühe Yin dar. Es ist die Zeit von Tag- und Nachtgleiche im Herbst. Die üppigen Kräfte des Sommers beginnen sich einer Ruhe unterzuordnen, die langsam auf die Einkehr in die Tiefe des Winters vorbereitet. Das Metall-Element steht für Abgrenzung zwischen der Innen- und Außenwelt. Im Lebenszyklus eines Menschen ist es die Zeit des Alterns. Man trennt sich von Altem um für Neues Platz zu schaffen. Man schaut auf das Leben zurück und entscheidet, was man noch machen möchte. Die Tageszeit ist der Abend, wo die Sonne im Westen untergeht.
Dem Metall-Element werden die Organe Lunge und Dickdarm zugeschrieben, die Farbe Weiss, die Geschmacksrichtung Scharf, die Emotionen Trauer, Raumangst und Zukunftssorgen sowie das Gewebe Haut & Körperhaar. Die Atmung über die Lunge bzw. die Haut ist der Kontakt zur Außenwelt und verbindet Innen- und Außen. Sie hat eine klärende und filternde Funktion. Um das Immunsystem zu stärken, muss man demnach in erster Linie die Lunge stärken.
Wichtig für eine kräftige Lunge ist auch die Luft, die wir einatmen. Trauer und das Gefühl des Verlustes behindern oft das Atmen. Wir gehen gebückter und bekommen weniger Luft. Fixe Vorstellungen und Ideen und somit Einengungen im Leben stören hingegen den Dickdarm.
Zudem finden wir im Metall die Ausdauer, Disziplin und Beständigkeit, genau diese Tugenden, die aus einem einfachen Menschen einen Weisen werden lassen. In der Metallpersönlichkeit sehen wir den Konflikt, der sich ergibt, wenn wir unser Leben noch nicht geläutert haben, sondern im Yang (zu fest im Aussen) leben. Hier ist der Drang zu Besitz, auf der anderen Seite die beständige Trauer über die Dinge, die verloren sind und verloren werden. Der historische Buddha Siddharta Gautama erkannte, dass Begehren, Abneigung sowie vor allem unsere Anhaftungen unser eigentliches Leiden verursachen – was im Prinzip einem Nicht-Loslassen entspricht.

Die Ernährung im Herbst

Die Energie zieht sich langsam ins Innere zurück und wird in dieser Bewegung durch die Ernährung unterstützt. Statt leichte Blüten und Blätter bevorzugen wir die reifen, schweren Früchte des Feldes wie Kartoffeln, Kürbisse, Zucchini. Da der Herbst die Trockenheit bringt und die Schleimhäute unseren Kontakt nach aussen darstellen und ebenfalls trocken werden, suchen wir zusätzlich befeuchtende Nahrungsmittel heraus: Birnen, Mandeln, Äpfel, Sesamsaat, Pilze und auch Milchprodukte im Masse. Der scharfe Geschmack wird dem Metall-Element zugeordnet, er bewegt das Qi nach oben. Wer also unter trüber Stimmung leidet und anstatt zu Süßigkeiten zum Beispiel zu Chilli con/sin Carne oder scharfer Hühner- oder Thaisuppe greift, zieht das Qi, die Energie und die Stimmung, förmlich nach oben.

Scharfer Geschmack stärkt die Abwehrkraft
Zudem stärkt der scharfe Geschmack über diese nach oben (zur Hautoberfläche) und außen gerichtete Bewegung unsere Abwehrkräfte, da er Schleim und Flüssigkeiten im Körper reduziert. Aus diesem Grund können wir im ersten Stadium einer Erkältung, also wenn Frösteln, laufende Nase und eine Aversion gegen Wind einsetzt, scharfe Gewürze oder Getränke verwenden, wie zum Beispiel Ingwertee, Cayennepfeffer, Zwiebeln oder auch Glühwein , um die Poren zu öffnen, Schweiß auszulösen und Kälte und den Wind auszutreiben. Weitere Vertreter des Metall-Elements sind getrocknete Gewürze, die in unserer Ernährung das Pendant zu dem Prozess des Austrocknens in der Natur darstellen. Sie unterstützen uns in der Abwehr von Kälte und Feuchtigkeit durch ihre wärmende Wirkung (zum Beispiel Anis, Kardamom, Muskat, Nelke, Oregano, Rosmarin, Thymian, Zimt), während scharfe getrocknete Gewürze (Cayennepfeffer, Chili, Curry, Ingwer,) außerdem auch die Verbreitung von Bakterien verhindern.

Weiße Gemüse wie Kohl oder Wurzeln oder Zwiebelgewächse stärken Abwehrkräfte
Auch alle weißen Gemüse wie Sellerie, Blumenkohl und Schwarzwurzel, Rettich, Lauch, Zwiebel, Meerrettich haben eine unterstützende Wirkung auf die Metall-Organe. Zusammen mit kleinen Mengen scharfer Gewürze bieten sie eine hervorragende Überleitung in die kalte Jahreszeit und einen idealen Schutz vor Erkältung, indem sie die Abwehrkraft stärken.

Zusammenfassend kann man sagen dass die Ernährung im Herbst also wärmend und kräftigend sein soll. Gut sind Suppen und Eintöpfe, denn sie liefern die notwendige Flüssigkeit, um der Trockenheit des Metall-Elements entgegen zu wirken, die Säfte von Lunge und Dickdarm werden genährt und die Schleimhäute können somit auftanken. Die Mahlzeiten sollten zudem früher am Tag verzehrt werden, als noch im Sommer, da sich auch das Licht früher zurückzieht. Wann immer es möglich ist, versuchen wir früher zu Bett zu gehen und schlafen morgens etwas länger, um die Energie zu bewahren.

Sich auf den Fluss des Lebens einlassen, loslassen und auf das Leben vertrauen, dies stärkt Lunge und Dickdarm. Das Alte geht, damit Neues entstehen kann.

Das Element Erde korrespondiert in der chinesischen Kosmologie mit der Zahl 5. Die Erde bildet das Zentrum, die fünfte Richtung. Während wir Menschen aus dem Westen nur vier Himmelsrichtungen kennen, bezeichnen die Menschen im fernen Osten das Zentrum als fünfte Richtung.

Die alles nährende Mitte, die der Erde zugeordnete Richtung, garantiert Balance. Sie ist ein Ort zwischen Einkehr und Hinaustreten. Der Spätsommer ist die ihr zugeordnete Jahreszeit, der Beginn der Yin- Phase. Das Getreide steht gelb und üppig und wird in die Speicher eingefahren. Die Bauern ziehen goldene Kartoffeln aus der Erde, und die Äpfel sind süss und saftig, reif zum Ernten.

Dem Erd-Element werden die Organe bzw. das Organsystem Milz-Pankreas, der Magen und der Geschmack süss zugeschrieben. Die Nahrung kommt von der Erde und geht vom Mund in den Magen. Der Magen versorgt alles mit Energie und die Milz produziert Qi. Die geistigen Fähigkeiten sind Konzentration, logisches Denken, Nachdenken über Inhalte und sich Sorgen machen. Zu viel Nachdenken/Grübeln oder sich immer Sorgen machen behindern die Verdauung, weil sich so der Magen zusammenzieht: „Ärger schlägt auf den Magen.

Im Lebenszyklus des Menschen ist es die Zeit nach der Jugend (Feuer), wenn der Mensch erwachsen geworden ist. Man hat viele Erkenntnisse aus den Jahren zuvor gewonnen. In dieser Zeit gründet man eine Familie oder entfaltet sich beruflich. Genau wie im Spätsommer wenn die Erde im Überfluss gibt, sind unsere Energiereserven in der Fülle um zu geben. Die Wandlungsphase Erde sorgt dafür, dass wir stets angemessen Mitgefühl und Fürsorge annehmen und geben können.

Die Ernährung im Spätsommer
Die Erdphase ist das Zentrum, und die Nahrung an saisonalem und regionalem Gemüse und Obst ist so vielfältig wie sonst nie im ganzen Jahr. Wir essen kräftigende, aber leichte Mahlzeiten, die voll des Sommerlichts sind und unsere Mitte bestmöglich stärken sollten.

Ernährungstipps zum Stärken der Mitte
Eine starke Mitte ist der Grundpfeiler für Gesundheit und Wohlbefinden in der TCM –
1. Das Essen sollte Dir Freude bereiten und Du solltest es in Ruhe und mit Achtsamkeit geniessen. In einer friedlichen Atmosphäre, ohne laufendem Tv, Radio oder anderen Elektrogeräten.
2. Iss ein gekochtes, warmes Frühstück.
3. Iss regelmässig! Ideal sind drei Mahlzeiten pro Tag, mindestens zwei davon gekocht, besser drei. Zwischenmahlzeiten sind erlaubt. Wichtig ist nur, dass Du nach einer Mahlzeit gute drei Stunden Pause machen, damit der Magen Zeit zum Verdauen hat.
4. Iss nur so viel, wie Du auch wirklich magst! Wenn Du Dich überisst, überfordert das Deine Milz und Deinen Magen, die Reste bleiben unverdaut liegen, es entsteht Feuchtigkeit und diese erstickt die Lebensenergie Qi
5. Iss nicht zu spät abends und nicht zu viele .Kohlenhydrate.
6. Iss möglichst frische, selbst gekochte Nahrung und verwende Zutaten guter Qualität, mit saisonalem, biologischem Obst und Gemüse!
7. Streich Fertiggerichte, Tiefkühlkost und Mikrowellengerichte aus Deinem Speiseplan!
8. Trink lauwarmes Leitungswasser und ab und zu Tee!
9. Reduziere Deinen Kaffeekonsum auf 1-2 Tassen pro Tag!
10. Verwende hochwertige Gewürze, Kräuter, Fette und Öle beim Kochen Deiner Speisen, und reduziere wenn möglich das Salz!
11. Geniesse Dein Essen und Dein Leben, sei Dankbar und vergiss nicht fröhlich zu sein 😉
12. Bewege Dich täglich genügend, baue aber auch Phasen der Entspannung in deinen Alltag ein.

Eine starke Mitte ist entspannt, energiegeladen und voller Lebensfreude. Dazu gehören die Ernährung, genauso wie Bewegung und Psychohygiene. Körper, Seele und Geist sind eine Einheit.